Kasachstan

T.O.O. Rodina

Zum Betrieb

Besteht seit dem Jahr

1994

Viehhaltung

1.500 Milchkühe, zzgl. Nachzucht

Mitarbeiter

520, zzgl. Aushilfskräfte zur Ernte

Fläche

62.000 ha, davon

41.000 ha Getreide,

4.000 bis 4.500 ha einjähriges Futtergras

2.600 ha mehrjährige Gräser und Luzerne

2.500 bis 3.000 ha Mais,

der Rest ist Brachfläche

Fruchtfolge

Fruchtfolge auf Getreideflächen:

3x Sommerweizen, 1x Brache

oder

3x Sommerweizen, 1x Sommergerste, 1x Brache

Futterflächen:

3x Mais, 1x Futtergras

Bodenbeschaffenheit

Schwerer Lehmboden

Niederschlagsmenge pro Jahr

150 bis 200 mm

CLAAS Maschinenbesatz

2 JAGUAR 830

18 TUCANO 320

13 MEDION 310

1 XERION 3800

2 XERION 4000

3 XERION 4500

1 XERION 5000

1 SCORPION 7040

Zu Kasachstan

Bevölkerung

Ca. 17,6 Mio. Einwohner

Gesamtfläche

261,1 Mio. ha (645,09 Mio. acres)

Landwirtschaftliche Nutzfläche

215,6 Mio. ha (532,7 Mio. acres)

Anzahl landwirtschaftlicher Betriebe

200.350

(ohne die sogenannten Hauswirtschaften, die in Kasachstan noch einen Großteil der Landwirtschaft ausmachen.)

Pro Jahr fallen nur rund 150 bis 200 mm Regen.

 

Das wertvollste Gut ist Wasser. Pro Jahr fallen nur rund 150 bis 200 mm Regen, in schlechten Jahren sind es manchmal weniger als 100 mm. Hinzu kommt die ständige Gefahr von Bodenerosionen und Verdunstung durch die Steppenwinde. Daher spielt der Schnee hier in den Steppen eine große Rolle, denn er ist eine extrem wichtige Wasserquelle. Diesem Umstand ist das so genannte „Schnee halten“ oder „Schnee pflügen“ geschuldet, ein in Kasachstan durchaus übliches Verfahren. Dabei zieht der Traktor ein Konstrukt mit vier Scharen. Jeweils zwei Schare sind einander zugewandt und verjüngen sich nach hinten. Sie ziehen den Schnee von ca. 2,50 Meter Breite in ca. einen Meter breite, überdimensionale Schneeschwade zusammen. Je nach Schneemenge erreicht das Schwad eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern. Die Arbeitsgeschwindigkeit des Schneepflügens beträgt rund 10 km/h. Bei dieser Arbeit spielt die bisherige Arbeitsrichtung zur Flächenbewirtschaftung keine Rolle. Hierbei zählt nur die vorherrschende Windrichtung bzw. dass die Schwaden quer zur Windrichtung gelegt werden. So ist die Wahrscheinlichkeit geringer, dass der Schnee von den Steppenwinden fortgeweht wird. Das ist das eine. Das andere ist die Sicherstellung, dass das Wasser des Schnees auch in den Boden gelangt. Würde der Schnee flach liegen bleiben und tauen, würde das Wasser vermutlich in Senken o.ä. zusammenfließen, da der Boden darunter noch tiefgefroren und somit nicht aufnahmefähig ist. Durch das Schneepflügen ist die Schneedecke seitlich der Schwade dünner. An diesen Stellen taut der Schnee schneller ab, der dunkle Boden kommt zum Vorschein, wird von der Sonne erwärmt, taut und das Wasser kann einsickern. Die Schwaden tauen natürlich langsamer und geben das Wasser praktisch seitlich der Schwaden, an den bereits aufgetauten Teil des Bodens ab. Dieses Verfahren wird in Kasachstan seit mehr als 40 Jahren praktiziert. Angewandt wird es nicht auf allen Flächen, auch nicht in jedem Jahr, sondern basierend auf Erfahrung, Schneehöhe, Schneequalität, Wetterprognose und oft auch auf Bauchgefühl. Ziel ist natürlich die dadurch entstehenden Mehrkosten durch Mehrertrag zu kompensieren. Dieser kann in trockenen Sommern bis zu 30% betragen.

Zur Aussaat ist Schlagkraft und Verlässlichkeit das A und O.

 

Die wichtigste Zeit bei der Produktion von Getreide für ist der 10. bis 15. Mai. Diese fünf Tage entscheiden über die Ertragsmenge. Vor dem 10. Mai kann i.d.R. nicht ausgesät werden, da der Boden noch zu kalt ist und nach dem 15. Mai läuft man Gefahr, dass die Vegetationszeit schon nicht mehr ausreicht für eine wirtschaftliche Ernte. „Das Schwierigste hier sind die Wetterbedingungen und die kurze Vegetationszeit, die in der Regel vom 15. Mai bis 15. August dauert“ bestätigt Kanat Adilbekov, Chef-Agronom bei T.O.O. Rodina. Das heißt, die Vegetationszeit beträgt nur 80 bis 100 Tage. Zum Vergleich: in Deutschland liegt sie bei rund 250 Tagen. So ist zur Aussaat Schlagkraft und Verlässlichkeit das A und O und der Hauptgrund, warum für den Betrieb nur Großtraktoren in Frage kommen. Die XERION laufen dann mit den Horsch Sprinter Sämaschinen durchaus rund um die Uhr und schaffen Flächenleistungen von bis zu 15 ha pro Stunde und Gespann.

 

Während der Aussaat wird täglich den Wassergehalt im Boden geprüft. Im Schnitt, je nach Wetterverhältnis, wird pro Tag 2-3 mm tiefer gesät, um dem Getreide genügend Wasser zur Keimung zur Verfügung zu stellen. In extrem trockenen Jahren wird das Getreide bis zu 10 Zentimeter tief im Boden abgelegt. Ein pflanzenbaulicher Drahtseilakt, der viel Erfahrung erfordert, denn umso länger benötigt es natürlich bis zum Aufgang.

 

Auch für die Milchproduktion spielt die kurze Vegetationszeit eine Rolle, denn das Futter für die 1.500 Milchkühe und die Nachzucht produziert T.O.O. Rodina komplett selbst. Die Flächen für die Futterproduktion liegen aus logistischen Gründen rund um den Betrieb. Auch Mais baut der Betrieb an. Der durchschnittliche Ertrag der frühreifen Sorten liegt hier bei rund 15 bis 25 Tonnen pro Hektar. „Das Hauptproblem bei der Fütterung der Tiere ist ein Mangel an Zucker und Proteinen“ erläutert Julia Kolenovskaya, Chef-Tierwirtin bei T.O.O. Rodina. „Wir lösen das dadurch, dass wir Sonnenblumenschrot kaufen und Polysaccharide verwenden“ und so erzielt der Betrieb eine stolze durchschnittliche Milchleistung von 8.000 Litern.


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Making Of - Hinter den Kulissen